Gen des Monats Januar: TRAPPC9

Autosomal-rezessive Varianten des TRAPPC9-Gens werden erstmals mit einem angeborenen Glykosylierungsdefekt assoziiert. Wissenschaftler*innen ermittelten biallelische Missense-Varianten in TRAPPC9 bei drei Patienten, die eine bislang nicht beschriebene syndromale Erkrankung mit Intelligenzminderung, Gesichtsauffälligkeiten und einer Störung der N-Glykosylierung aufwiesen.

TRAPPC9-Varianten, die zu einem Funktionsverlust des kodierten Proteins (trafficking protein particle complex subunit 9) führen, wurden bereits als genetische Ursache für Intelligenzminderung, entweder in isolierter Form oder als Teil eines autosomal-rezessiven Syndroms in Kombination mit Adipositas, Hirnfehlbildungen, Gesichtsauffälligkeiten und weiteren Merkmalen beschrieben. TRAPPC9 spielt als Bestandteil des TRAPPII-Komplexes eine Rolle in wichtigen Transportprozessen innerhalb der Zelle und agiert auch in dem für die neuronale Entwicklung wesentlichen NF-kappaB-Signalweg. In ihren funktionellen und biochemischen Zellmodellexperimenten an Patientenfibroblasten gewannen die Wissenschaftler*innen nun Hinweise auf eine bislang unbekannte Rolle von TRAPPC9 in der Glykosylierung. Bei diesem Stoffwechselvorgang werden in einer komplexen Abfolge von biochemischen Reaktionen Zuckerketten gebildet, die sich mit Proteinen verknüpfen. Solche Glykoproteine werden für wichtige Prozesse und die Funktion aller Gewebe und Organe im Körper benötigt.

Die Ergebnisse der Studie sind im Fachjournal Genetics in Medicine erschienen.

Radenkovic S, Martinelli D, Zhang Y, … Morava E. TRAPPC9-CDG: A novel congenital disorder of glycosylation with dysmorphic features and intellectual disability. Genet Med. 2022 Jan 15:S1098-3600(21)05471-X. doi: 10.1016/j.gim.2021.12.012.

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