Gen des Monats Juni: CLCN3

Autosomal dominante und rezessive Varianten des CLCN3-Gens verursachen neurologische Entwicklungsstörungen. Wissenschaftler*innen einer internationalen Forschungskollaboration untersuchten Patient*innen mit globaler Entwicklungsverzögerung/Intelligenzminderung und variabel ausgeprägten neurologischen Entwicklungsstörungen, die überwiegend auch Verhaltensauffälligkeiten und strukturelle Hirnanomalien aufwiesen. Bei 11 Patient*innen konnten sie in der Studie 9 Varianten des CLCN3-Gens als Krankheitsursache ermitteln. Dabei handelt es sich um 8 unterschiedliche heterozygote Missense-Mutationen und zwei homozygote Frameshift-Varianten.

Neurologische Entwicklungsstörungen haben vielfältige genetische Ursachen, dazu zählen auch Varianten in verschiedenen Ionenkanälen und -austauschern. Das vom CLCN3-Gen kodierte Protein CIC-3 gehört zur CLC-Familie der für viele zellbiologische Prozesse wichtigen spannungsabhängigen Chloridkanäle. ClC-3 findet sich vor allem in den Membranen von intrazellulären Organellen wie den Endosomen und sorgt als Chlorid/Protonen-Austauscher für eine Ansäuerung, die dort z.B. für die Aktivierung spezifischer Enzyme erforderlich ist. Die in der Studie durchgeführten Experimente zur elektrophysiologischen Charakterisierung von vier der heterozygoten Missense-Varianten ergaben, dass zwei davon zu einem erhöhten Ionentransport durch den CIC-3-Transporter führen.

Die Ergebnisse der Studie wurden im American Journal of Human Genetics veröffentlicht.

Duncan AR, Polovitskaya MM, Gaitán-Peñas H, …, Jentsch TJ, Pusch M, Agrawal PB. Unique variants in CLCN3, encoding an endosomal anion/proton exchanger, underlie a spectrum of neurodevelopmental disorders. Am J Hum Genet. 2021 Jun 19:S0002-9297(21)00227-5. doi: 10.1016/j.ajhg.2021.06.003. Epub ahead of print.

Contact Us

We're not around right now. But you can send us an email and we'll get back to you, asap.

Nicht lesbar? Text ändern. captcha txt

Beginnen Sie mit der Eingabe und drücken Sie Enter, um zu suchen