Zentrum für Familiären
Brust- und Eierstockkrebs

logo-konsortium-150
logo_gyn_krebszentrum_umg_150
logo_brustkrebszentrum_150
radiologie_logo

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung von Frauen in Deutschland. Jede achte Frau erkrankt hierzulande an Brustkrebs und etwa jede 70. an Eierstockkrebs. 5–10 % dieser Erkrankungen sind erblich bedingt. Frauen bzw. deren Familien mit einem hohen Erkrankungsrisiko benötigen ein umfassendes spezifisches und interdisziplinäres Beratungs- und Betreuungsangebot. Um dies zu gewährleisten, haben sich derzeit 21 Universitätszentren im Deutschen Konsortium für Familiären Brust- und Eierstockkrebs zusammengeschlossen. Das Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist Teil des Brustkrebszentrums der UMG und aktives Mitglied des Konsortiums.

Im Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs sind wir für Sie da. Wir beantworten Ihre Fragen, beraten Sie und begleiten Sie auch in allen weiteren Schritten der Diagnostik, Behandlung und Nachsorge.

In manchen Familien ziehen sich Krebserkrankungen wie ein roter Faden durch die Generationen. Es gibt bestimmte Familienkonstellationen, die auf das Vorliegen von erblichem Brust- und Eierstockkrebs hinweisen. Treffen eines oder mehrere der folgenden Kriterien des Deutschen Konsortiums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs auf Ihre Familie zu, kann eine Beratung hilfreich sein.

    • Mindestens drei Frauen mit Brustkrebs, unabhängig vom Alter;
    • mindestens zwei Frauen mit Brustkrebs, davon eine Erkrankung vor dem 51. Geburtstag;
    • mindestens eine Frau mit Brustkrebs und eine Frau mit Eierstockkrebs, unabhängig vom Alter;
    • mindestens zwei Frauen mit Eierstockkrebs, unabhängig vom Alter;
    • mindestens eine Frau mit Brustkrebs vor dem 36. Geburtstag;
    • mindestens eine Frau mit beidseitigem Brustkrebs, die erste Erkrankung vor dem 51. Geburtstag;
    • mindestens ein Mann mit Brustkrebs und eine Frau mit Brust- oder Eierstockkrebs, unabhängig vom Alter;
    • mindestens eine Frau mit triple-negativem Brustkrebs vor dem 50. Geburtstag;
    • mindestens eine Frau mit Eierstockkrebs vor dem 80. Geburtstag.

Veränderungen in den Genen BRCA1 und BRCA2 sind für ca. 25 % aller erblichen Fälle verantwortlich. Daneben gibt es weitere Gene, deren Veränderungen das Risiko für erblichen Brust- und Eierstockkrebs erhöhen können. Mit einem extra konzipierten Gen-Panel können wir nach Veränderungen in allen bekannten Risikogenen suchen. Die Untersuchung erfolgt an einer Blutprobe.

Ein positiver Gentest bedeutet, dass eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Aber nicht jede Frau mit diesem Testergebnis wird auch tatsächlich erkranken.

Interdisziplinäre Sprechstunde

Wenn in Ihrer Verwandtschaft häufiger Brust- oder Eierstockkrebs aufgetreten ist, haben Sie sicher viele Fragen – zu Ihrem persönlichen Risiko oder zu dem Ihrer Kinder, zu Möglichkeiten der genetischen Testung, zu eventuellen vorbeugenden Maßnahmen oder zu speziellen Programmen der Früherkennung oder Nachsorge. In unserer interdisziplinären Sprechstunde werden Sie gemeinsam beraten und betreut von Fachärztinnen der Humangenetik, Gynäkologie, diagnostischen Radiologie und einer Psychotherapeutin.

Im Erstgespräch klären wir mit Ihnen zusammen anhand Ihrer Familienanamnese Ihr persönliches Risiko. Sie erhalten Informationen zum Gentest und den Erkrankungsrisiken bei Nachweis einer möglicherweise krankheitsauslösenden Veränderung. Wir besprechen mit Ihnen die Vor- und Nachteile des Gentests und informieren Sie über präventive Maßnahmen.

Telefonhotline: Kontakt und Terminvereinbarung

Die Sprechstunde findet regelmäßig im Brustkrebszentrum der UMG statt. Eine Vorstellung ist nach vorheriger Terminabsprache möglich.

Frau Veronika Behrens
Frau Astrid Buchholz
Tel.: 0551-39-66077
studienzentrale-ufk@med.uni-goettingen.de

Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs

Weitere Schritte

Das weitere Vorgehen hängt von Ihren persönlichen Entscheidungen ab, bei denen wir Ihnen jederzeit beratend und begleitend zur Seite stehen: Entweder operativ vorbeugen oder mit intensivierter Früherkennung und Nachsorge, Brustkrebs sehr früh diagnostizieren und so schnell therapieren.

Operative Maßnahmen

Die vorbeugende Entfernung der Brustdrüsenkörper kann bei Mutationen in den Hochrisikogenen in Betracht kommen und das Brustkrebsrisiko um 90–96 %, senken und wird erst nach dem 25. Lebensjahr empfohlen. Die vorbeugende Entfernung der Eierstöcke senkt das Eierstockkrebsrisiko um 97 % und das Brustkrebsrisiko um 50 %, wird aber erst nach dem 40. bzw. dem 50. Lebensjahr und mit abgeschlossener Familienplanung empfohlen.

Intensivierte Früherkennung

Das Intensivierte Früherkennungs- und Nachsorgeprogramm (IFNP) wird bei Nachweis einer pathogenen Mutation angeboten. Dabei werden für Hochrisikogene (z. B. BRCA1, BRCA2, PALB2 und TP53) und für moderate Risikogene unterschiedliche Risikogruppen definiert. Zudem gibt es eine Risikogruppe, der bei nicht informativem Gentest das Erkrankungsrisiko, (Lebensrisiko ≥22 % oder 10-Jahresrisiko 5 %) zugrunde legt. Über die jeweilige Eingruppierung, den Beginn und das Ende der IFNP werden Sie im zweiten bzw. weiteren Beratungsgesprächen ausführlich informiert.

Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs

Weitere Angebote

Lebensstilfaktoren

Sport und eine ausgewogene, frische, gemüse- und ballaststoffreiche Ernährung können das Krebsrisiko erheblich minimieren. Daher beraten wir ausführlich über vorbeugende Maßnahmen wie Bewegung und Ernährung. Wichtig ist hier vor allem das Erreichen oder Halten des Normalgewichts.

Psychologische Unterstützung

Ggf. möchten Sie psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen.
Unsere Psychoonkologin ist für Sie da und unterstützt Sie bei der Entscheidungsfindung und darüber hinaus:

– Gentest: ja oder nein?
– Positiver Gentest – und jetzt?
– Wie lerne ich, grundsätzlich mit Krisen umzugehen?

LIBRE-Studie

Das Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs der UMG nimmt an der 2015 begonnenen LIBRE-Studie teil (Lebensstil-Intervention bei Frauen mit einer erblichen Mutation für Brust- und Eierstockkrebs).

Selbsthilfegruppen

Wir arbeiten mit Selbsthilfegruppen zusammen, insbesondere mit dem BRCA-Netzwerk e.V. (www.brca-netzwerk.de). Auf Wunsch vermitteln wir Ihnen den persönlichen Kontakt zu den regionalen Selbsthilfegruppen.

Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs

Ansprechpartnerinnen und -partner im Zentrum

Dr. Ulrike Engel (Oberärztin des Instituts für Humangenetik):
humangenetische Beratung und molekulargenetische Diagnostik

Berit Roekern (Oberärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe):
Brustsprechstunde der UMG; Diagnostik und Intensivierte Früherkennung- und Nachsorge

Tobias Blaum (Oberarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe):
Brustsprechstunde; Beratung, Prävention, prophylaktische Maßnahmen, speziell zu Lifestyle-Faktoren

PD Dr. Susanne Wienbeck (Oberärztin des Instituts für Diagnostische und
Interventionelle Radiologie):
MRT-Untersuchungen im Rahmen der Diagnostik und des Intensivierten Früherkennungs- und Nachsorgeprogramms (IFNP)

Gerda Lücke (Psychotherapeutin, M.A.):
psychoonkologische Unterstützung

Rieke Veldscholten (Psychologin):
psychoonkologische Unterstützung

Veronika Behrens, Astrid Buchholz (Study Nurses):
Koordination und Dokumentation
studienzentrale-ufk@med.uni-goettingen.de

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Internetseiten des Deutschen Konsortiums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs und des BRCA-Netzwerks.

Federführende Mitglieder des Zentrums

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Kommissarische Leitung
Dr. med. Martin Hellriegel

Institut für Humangenetik
Prof. Dr. med. Bernd Wollnik

Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Prof. Dr. med. Joachim Lotz

Contact Us

We're not around right now. But you can send us an email and we'll get back to you, asap.

Not readable? Change text. captcha txt

Start typing and press Enter to search